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Erneuerung Kirche Rohr Aarau-Rohr AG

erneuerung Kirche Rohr Aarau-Rohr AG

Umbau und Sanierung  |  Projektierung und Realisierung  |  2018 - 2020  |  Auftraggeber Reformierte Kirchgemeinde Buchs-Rohr

 
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Die Kirchenpflege beabsichtigt die Präsenz der Kirchgemeinde Buchs-Rohr zu stärken. An drei Standorten der Kirchgemeinde werden Aktivitäten und Arbeitsplätze zusammengeführt um so Synergien zu nutzen. In der Kirche Rohr sollen ein Kirchenraum, Unterrichtszimmer, Jugendraum und Besprechungszimmer zur Verfügung stehen. 

Die Badener Architekten Loepfe Hanni Haenggli Architekten, die unteranderem auch das Aargauer Kunsthaus in Aarau erbauten, stellten die Kirche Rohr 1960 fertig. Bis auf den Einbau des Chorfensters, befindet sich das Gebäude im ursprünglich gebauten Zustand. Die Kirche ist im Inventar der Kantonalen Denkmalpflege des Kanton Aargaus aufgeführt.

Der Anspruch der Kirche Rohr, in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen zu werden und in den Räumlichkeiten, neben konventionellen kirchlichen Veranstaltungen, unterschiedliche Fremdnutzungen anbieten zu können, erfordert ein zusätzliches Raumangebot in beiden Geschossen. Dies kann mit einer Neustrukturierung der inneren Organisation, des nordöstlich eingeschossig in Erscheinung tretenden Vorbaus und der Neuanordnung der Treppe erreicht werden. Die Gebäudestruktur soll mit adäquater Eingriffstiefe an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden.

 
 
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Verleimte Holzträger für den Dachstuhl der Kirche in Rohr (Aargau)

Die neue Kirche in Rohr AG ist aufgrund eines Wettbewerbs errichtet worden, in welchem die Architekten Loepfe & Hänni, Mitarbeiter O. Haenggli und H. Loepfe jun., Baden, mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurden (SBZ 1955, Heft 9, S. 125). Bemerkenswert ist die Konstruktion des Dachstuhls.

Verwendet wurden verleimte Stegträger, System Kämpf. Zwei Hauptträger von 22 m Länge und 75 cm Höhe bilden die beiden Dachgrate, durch welche das Dach in drei, nach hinten und nach den beiden Seiten abfallende Flächen gegliedert wird. Diese beiden Hauptträger werden etwas oberhalb der Mitte von zwei schrägen Streben gestützt, wodurch die Stützweite von 22 m auf 12,50 m und 9,50 m verringert wird. Die beiden Streben werden durch das Eigengewicht des Daches und Schnee mit einem maximalen Druck von 18 t belastet; der daraus resultierende Horizontalschub von rd. 13 t wird oben durch einen Querriegel, ebenfalls ein verleimter Träger, und unten auf den Mauern durch einen umlaufenden armierten Betongurt aufgenommen. Auf den Querriegel sind vier Zwischenträger, zwei von 8,5 m und zwei von 12 m Länge, aufgelegt.

Die unteren Trägerauflager der Hauptträger und der Streben wurden mit Beton ausgefüllt, damit der Druck einwandfrei übertragen werden kann und die Träger bei Belastung nicht nachgeben können.

Diese gelungene Konstruktion ist ein Beweis für die Leistungsfähigkeit des Holzbaues und zeigt die hier vorhandenen Möglichkeiten für Planung und Entwurf von weitgespannten, freitragenden Dachkonstruktionen.

Entwurf: dipl. Arch. Otto Hänni, Baden. Dachkonstruktion und verleimte Träger: G. Kämpf, Holzbau, Rupperswil.

Auszug aus 'Schweizerische Bauzeitung' vom 22. März 1962
(SBZ 1962, Heft 12, S. 196/197)

Bauingenieur
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